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Wissenswertes

Pipetten, die in akkreditierten Laboratorien als Prüfmittel eingesetzt werden oder einer Qualitätssicherungspflicht unterliegen, müssen in regelmäßigen Abständen kalibriert werden.

Nur durch regelmäßige Kalibrierung lässt sich bestimmen, ob eine Pipette noch die Hersteller- bzw. Anwendungs-Spezifikationen erfüllt. Eine Kalibrierung ist ebenso eine vorbeugende Maßnahme, um Fehler und kontinuierlichen Verschleiß an Pipetten rechtzeitig erkennen zu können und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Als Referenzverfahren zur Bestimmung von Messabweichungen und die damit verbundene Bestimmung der Konformität gilt die gravimetrische Prüfung von Hubkolbenpipetten, die in der DIN EN ISO 8655-6 festgelegt ist.

Die Kalibrierung von Hubkolbenpipetten, inklusive Vorgaben für die Schätzung der Messunsicherheiten, ist zudem in der  DAkkS-Richtlinie DKD-R 8-1 definiert  und gilt als Anwendungsdokument für alle akkreditierten Pipetten-Kalibrierlaboratorien.

Das Labor von biomedis ist als Kalibrierlabor akkreditiert und erfüllt alle in der DKD-R 8-1 und DIN EN ISO 8655-6 spezifizierten Anforderungen.

DAkkS-Logo

 

 

 

 

 

Warum Pipetten regelmäßig kalibriert werden sollten
Jede neu produzierte Pipette wird vom Hersteller vor der Auslieferung kalibriert und entspricht zu diesem Zeitpunkt seinen Vorgaben bezüglich Volumen und zugehöriger Richtigkeit und Präzision. Im Laufe der Zeit unterliegt jede Pipette einem natürlichen Verschleiß, bei dem sich Fehler unbemerkt einschleichen können. Undichtigkeiten, Abnutzungen beweglicher Bauteile etc. können das Pipettierergebnis beeinflussen und zu erheblichen Fehlern führen. Aber auch veränderte Umgebungsbedingungen, wie z.B. Temperatur und Luftdruck oder unterschiedliche Handhabungen verschiedener Benutzer, können Fehler verursachen.

Es sollte daher Ziel sein, die einzelnen Fehlereinflüsse zu minimieren, um ein bestmögliches Ergebnis zu erhalten. Durch regelmäßige Kalibrierung können Richtigkeit (systematische Messabweichung) und Präzision (zufällige Messabweichung) ermittelt und durch Justage ggf. optimiert werden. Eventuelle Schäden an einer Pipette fallen bei der Überprüfung meist sofort auf und können ebenfalls behoben werden. Nur durch regelmäßige Kalibrierungen lässt sich der tatsächliche Zustand eines Pipettiergerätes feststellen und rückverfolgbar dokumentieren.

 

DIN EN ISO 8655-6

In Europa legt die DIN EN ISO 8655-6 das Referenzverfahren für die Konformitätsprüfung von Volumenmessgeräten mit Hubkolben fest. Diese Norm hat in Deutschland die DIN 12650-6 ersetzt. Gemäß DIN EN ISO 8655-6 müssen bei Pipetten mit einstellbarem Volumen pro Kanal je 10 Messungen mit dem Nennvolumen, 50% und 10% des Nennvolumens durchgeführt werden. Für eine Einkanal-Pipette mit einstellbarem Volumen sind 30 Einzelmessungen erforderlich, für eine 12-Kanal-Pipette sogar 360. Die Kalibrierung von Pipetten mit fixem Volumen erfolgt durch jeweils 10 Messungen pro Kanal mit dem Nennvolumen. Alle Messungen müssen gravimetrisch, d.h. mit einer geeigneten Waage, erfolgen und das ermittelte Gewicht anschließend in das zugehörige Volumen umgerechnet werden. Hierbei nehmen zum Beispiel die Umgebungstemperatur und der Luftdruck einen Einfluss auf das Ergebnis.

 

DKD-R 8-1

Diese Richtlinie beschreibt und präzisiert teilweise die Anforderungen aus der DIN EN ISO 8655 und ergänzt Handhabungshinweise. Weiterhin werden Messunsicherheitseinflüsse  und ihre Beiträge betrachtet, die für die Schätzung der Messunsicherheit unverzichtbar  sind. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen die Kalibriereinrichtung (Waage/Masse), Wasser- und Lufttemperaturen,Luftdruck, systematische Einflüsse, die Wiederholbarkeit und  schließlich das Handling (Anwendereinfluss).

biomedis betreibt ein akkreditiertes Prüflabor, das mit geeigneten Waagen und einer speziellen Prüfanlage für Mehrkanalpipetten ausgestattet ist. Alle Kalibrierungen werden von qualifiziertem Personal in vollklimatisierten Räumlichkeiten durchgeführt und erfolgen standardmäßig nach DIN EN ISO 8655-6 oder gemäß Kundenanforderungen. Jede Pipette wird unmittelbar nach dem Wareneingang einer Funktionsprüfung unterzogen. Unzulässige Abweichungen, die eventuell Einfluss auf Ihre vorherigen Anwendungen hatten, werden dadurch vorab erkannt und dokumentiert. Sollten Abweichungen (außerhalb der Hersteller- bzw. Normtoleranzen) festgestellt werden, wird dies in einem Servicebericht, der jedem einzelnen Auftrag zugeordnet ist, vermerkt. Sind Reparaturen erforderlich, erhalten Sie vorher unaufgefordert einen unverbindlichen Kostenvoranschlag.

 

Werkskalibrierschein versus DAkkS-Kalibrierschein

Werkskalibrierscheine beinhalten die Auswertungen der Ergebnisse ohne Berücksichtigung der Messunsicherheit. Die kalibrierte Pipette wird von uns mit einem Werks-Kalibrieraufkleber gekennzeichnet.

DAkkS-Kalibrierscheine sind immer dann gefordert, wenn Messwerte auf nationale und internationale Normale zurückgeführt werden müssen und/oder hohe Anforderungen an die Genauigkeit des Pipettierergebnisses gestellt werden und/oder aber die Pipette in einem Prozess eingesetzt wird, in dem sie einen Unsicherheitsbeitrag liefert. Die Ergebnisse im Kalibrierschein beinhalten immer die Messunsicherheit, meist angegeben mit dem Erweiterungsfaktor 2.

Die kalibrierte Pipette wird von uns mit einer DAkkS-Kalibriermarke gekennzeichnet.

Sowohl die Werks-, als auch die DAkkS-Kalibrierscheine erfüllen alle die  in der  DIN EN ISO IEC 17025 spezifizierten Anforderungen an Ergebnisberichte.

 

Weitere Informationen und Tipps rund ums Pipettieren finden Sie in unserer Fachinformation Pipettenservice.